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Symphonia Alumnorum Latinae

lebendige Tradition aus 50 Jahren Musikspezialausbildung in Halle

Zweimal im Jahr kommen sie nach Halle, in die Stadt, in der sie einen großen Teil ihrer Schulzeit verbracht haben. Sie waren Schülerinnen und Schüler der Spezialschule für Musik oder ihrer Nachfolgeinstitution, dem Musikzweig Instrumentalausbildung der Latina. 1965 gegründet, widmet sich diese Einrichtung mit Hingabe und Erfolg der optimalen Förderung musikalisch begabter Kinder und Jugendlicher.

Ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler schlugen nach der Schulzeit den beschwerlichen, aber auch unglaublich reizvollen und schönen Weg ein, ihr liebstes Hobby zum Beruf zu machen, studierten an einer Musikhochschule und musizieren jetzt in renommierten Orchestern Deutschlands, unterrichten an Musikschulen oder sind nun selbst als Dozenten an Musikhochschulen tätig. Aber Menschen sind Individuen und entwickeln sich nun mal in viele verschiedene Richtungen. Und das ist auch gut so. Und deshalb ist es sehr erfreulich, dass die Meisten der Schülerinnen und Schüler, die sich im Lauf der langen Schulzeit für eine andere berufliche Laufbahn entschieden, trotz der auch zeitintensiven Ausbildung nicht nur mit der Hochschulreife, sondern auch als erfolgreiche Absolventen des Musikzweiges die Schule verließen.

Und nun kommen sie in ihre alte Heimat, reisen an aus Leipzig, Berlin, München, Bremen, Bochum und und und - und natürlich aus Halle, um sich wieder zu sehen, neue Kontakte zu knüpfen und vor allem, um wieder gemeinsam zu musizieren. So sitzen Musiker der Staatskapelle Halle, des Gewandhausorchesters Leipzig, der Magdeburgischen Philharmonie und andere Orchestermusiker und Musikpädagogen neben ärzten, Rechtsanwälten, Ingenieuren, Musikstudenten und Studenten der Medizin, Theologie und Chemie an den Pulten. Auch wenn sie gerade von einer Auslandstournee zurück kommen, in ihrem Berufsleben an der Uniklinik Halle eine verantwortungsvolle Tätigkeit als Arzt haben oder als Ingenieur Steuergeräte für Motorräder entwickeln, sobald sie wieder im Orchester sitzen, erwacht die alte Leidenschaft, ihr Instrument optimal zum Klingen zu bringen, die schwierigen Passagen zu meistern und so ein unverzichtbarer Bestandteil eines großen Klangkörpers zu sein.

Ich erinnere mich noch genau an ein Gespräch mit einem Absolventen vor einigen Jahren, der keine Musikerlaufbahn eingeschlagen hatte. Auf die Frage, ob diese intensive und auch mit Entbehrungen in Bezug auf andere Hobbys verbundene Schulzeit aus heutiger Sicht richtig war oder ob er sie bereut hat, antwortete er:
"Anstrengend war es schon manchmal. Aber wir haben hier gelernt, uns einen Tag sinnvoll und effektiv einzuteilen. Und wir haben begriffen, dass in einer Gemeinschaft jeder wichtig ist und viele Dinge nur gemeinsam funktionieren! Diese Erkenntnis ist, glaube ich, für alle wichtig, egal in welchem Beruf sie arbeiten."

Ihr Henry Ventur