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Unsere bisherigen Projekte

2016 - ganz im Zeichen der Romantik


Carl Maria von Weber (1786 - 1826)
Ouvertüre zu Der Freischütz
Das Libretto der romantischen Oper Der Freischütz stammt von Johann Friedrich Kind. Libretto und Theaterzettel der Uraufführung geben als Ort und Zeit der Handlung Böhmen kurz nach Ende des Dreißigjährigen Krieges an. Für die konkrete Vorstellung des Komponisten bei der Wahl des Handlungsortes kann das wild zerklüftete Elbsandsteingebirge eine Rolle gespielt haben. Weber hat sich möglicherweise wie andere Künstler der Romantik von der zerklüfteten Felsenlandschaft der Sächsischen Schweiz inspirieren lassen, und die Wolfsschluchtszene ist sehr gut in der Nähe von Rathen denkbar.

Franz Schubert (1797 - 1828)
Sinfonie in h-Moll, D 759 Die Unvollendete
Schubert arbeitete 1822 an der Sinfonie in h-Moll. Der Grund, warum diese Sinfonie unvollendet blieb, ist auch heute noch ungeklärt und Gegenstand der Diskussion unter Musikwissenschaftlern. Es gibt die Theorie, dass Schubert nicht die Notwendigkeit sah, noch einen dritten und vierten Satz zu schreiben, da er seine musikalischen Vorstellungen schon im ersten und zweiten Satz umgesetzt habe. Dies ist jedoch stark umstritten. Eine andere These besagt, Schubert habe die Arbeit am dritten Satz abgebrochen, weil er in eine zu starke Nähe zum dritten Satz von Beethovens 3. Sinfonie geriet. Aber auch dies ist reine Spekulation.

Ferdinand David (1810 - 1873)
Concertino Posaune und Orchester in Es-Dur Opus 4
Das Konzert wurde Carl Traugott Queisser gewidmet. Queisser war sowohl mit Mendelssohn als auch mit dessen Konzertmeister Ferdinand David gut befreundet. Mendelssohn war so beeindruckt von Queissers Talent, dass er versprach, ein Posaunenkonzert für ihn zu schreiben, schlug ihm dann aber vor, den damals 25-jährigen Ferdinand David damit zu beauftragen. Das Konzert wurde 1837 im Gewandhaus mit Mendelssohn als Dirigent und Queisser als Posaunensolist uraufgeführt. Die vorliegende Urtextfassung wurde von Prof. Joachim Mittelacher rekonstruiert und verlegt.


2015 - 50 Jahre Musikspezialausbildung in Halle (Saale)


Gioachino Antonio Rossini (1792 - 1868)
Ouvertüre zu Der Barbier von Sevilla
"Ich gebe zu, dreimal in meinem Leben geweint zu haben: als meine erste Oper durchfiel, als ich Paganini die Violine spielen hörte und als bei einem Bootspicknick ein getrüffelter Truthahn über Bord fiel."
Zitat Gioachino Rossini

Rossini wurde zwar noch am Tag seiner Geburt in Pesaro auf den Namen Giovacchino getauft, doch bekannt wurde sein Name ohne v, und Rossini selbst schrieb ihn fast durchwegs als Gioachino. Er gilt als einer der bedeutendsten Opernkomponisten des Belcanto; seine Opern "Der Barbier von Sevilla" und "Aschenputtel" gehören weltweit zum Standardrepertoire der Opernhäuser. Sein Nachlass umfasst 39 Opern, diverse Kantaten, Hymnen, Messen, Choräle, Instrumentalstücke und darüber hinaus ein reiches Repertoire aus seinen sogenannten "Peches de vieillesse" (Alterssünden). Rossini starb an den Folgen einer Operation und wurde zunächst auf dem Pariser Friedhof Pere-Lachaise beigesetzt, bevor man seine Gebeine 1887 in die Kirche Santa Croce in Florenz überführte.

Antonin Leopold Dvorak (1841 - 1904)
Sinfonie Nr. 9 - Aus der neuen Welt
Dvorak wurde die Musik in die Wiege gelegt, so waren in der Familie des Vaters zwei Onkel Berufsmusiker; sie arbeiteten als Trompeter und Violinist, der Vater selbst verdiente nach einer anfänglichen Karriere als Metzger sein Brot als Bratschist. Entgegen einer lange verbreiteten und durch einen gefälschten Gesellenbrief gestützten Legende gibt es keine Anzeichen dafür, dass Dvoraks Eltern ihn ins Metzgerhandwerk drängen wollten. Statt dessen begann seine musikalische Ausbildung bereits im Alter von 6 Jahren mit dem Erlernen des Geigenspiels. Zwei Jahre später kamen Orgel und Klavier hinzu und erste eigene Kompositionen. Nach Abschluss der Prager Orgelschule verdingte er sich zunächst für ganze 11 Jahre als Bratschist und Klavierlehrer, bis er dies im Jahr 1871 zugunsten des Komponierens aufgab, was der Anfang einer beispiellosen weltweiten Karriere war. Sein Hauptwerk umfasst 9 Sinfonien, 10 Opern, unzälige Oratorien, Orchester- und Solokonzerte, Orgelmusik, Lieder und chorsinfonische Werke.
Dvorak starb am 1. Mai 1904 im Kreis seiner Familie an einem Gehirnschlag. Viele Tausende begleiteten den Trauerzug zu seinem Grab auf den Ehrenfriedhof des Slavin, einem südlich der Prager Innenstadt unmittelbar am rechten Ufer der Moldau gelegenen mittelalterlichen Burgwall.


2014 - Wiener Klassik - Inspiration und Vollendung


Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)
Der deutsche Komponist Ludwig van Beethoven ist einer der Vollender der sogenannten Wiener Klassik. Sein umfangreiches Werk von neun Symphonien, fünf Klavierkonzerten, 16 Streichquartetten, 32 Klaviersonaten, sowie der Oper "Fidelio" und zwei Messen, macht ihn zu einem der wichtigsten Komponisten der klassischen Musik insgesamt und zum Wegbereiter der Romantik im Besonderen. Seine Kammermusik wurde als vollkommen neuartig und sensationell gefeiert und eroberte die Salons und Konzertsäle auf der Schwelle zum 19. Jahrhundert im Sturm. Er war ein wahrer Meister der Improvisation und phaszinierte mit seinen hinreißenden Kadenzen das Publikum. Heute ist Ludwig van Beethoven, der seine letzte Lebensphase in vollkommener Taubheit verbringen musste, einer der meistaufgeführten Komponisten der Welt. Seine der Nachwelt erhaltenen Konversationshefte geben in ihrer emotionalen Tiefe einen Einblick in das Gefühlsleben und die Gedankenwelt eines schier unfassbar einsamen Menschen und Genies.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
Der Österreichische Komponist Wolfgang Amadeus Mozart gilt neben dem deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach als herausragendstes musikalisches Genie der Menschheitsgeschichte - sein Leben erfüllt von ständigem Wechsel zwischen wahrer Anbetung und finanziellem Segen sowie bitterer Armut und gesellschaftlicher Ächtung. Das Wunderkind Mozart wurde von frühester Kindheit an vom Vater unterrichtet und schrieb seine ersten Kompositionen noch vor Vollendung des zehnten Lebensjahres. Insbesondere seine Oper "Die Zauberflöte" machte seine Musik und seine Werke weltweit bekannt. Mozarts umfangreiches Erbe von 24 Bühnenwerken, 17 Messen und mehr als 50 Sinfonien lassen ihn heute als überragenden Komponisten im Zentrum der klassischen Musik erstrahlen und in seiner schier unbegrenzten Kreativität hat er als Inspiration und Vorbild über seinen Tod hinaus einen überragenden Anteil an deren Vervollkommnung und Vollendung. Mozart starb am 05.Dezember 1791 im Alter von nur 35 Jahren. Er wurde in einem unmarkierten Gemeinschaftsgrab bestattet, wie es in der Zeit des damaligen Wien üblich war, wenn der Verstorbene nicht zum Adel gehörte.


2013 Antonio Vivaldi - Venedigs musikalischer Rebell


Marc Pincherle (1888 - 1974) sagte über Vivaldi: "In den Konzerten mit Werken vergangener Jahrhunderte bleibt dem Zuhörer oft keine andere mögliche Haltung als die, historischer Bewunderung, die der Langeweile nahe verwandt ist ... Nichts davon bei Vivaldi ... Man fragt sich nicht mehr, ob es sich um "alte Musik" handelt oder nicht: die Musik, die ihren Komponisten überlebt hat, ist einfach da und sie hat seine Vitalität und Kraft bewahrt."

Jeder in Venedig kannte Vivaldi zu dessen Lebzeiten, obwohl viele seinen wahren Namen nicht nennen konnten, denn für sie war er wegen seiner flammend-roten Haare einfach nur "il prete rosso", "der rote Priester". Der venezianische Priester und Komponist Antonio Lucio Vivaldi war durch seine außergewöhnlichen technischen Fähigkeiten auch der bedeutendste Violinist seiner Zeit. Vivaldis charmantes, extrovertiertes Auftreten in Verbindung mit der feurig-fröhlichen Musik machten die kleinen Konzerte, die er selbst leitete, schon bald zum legendären kulturellen Höhepunkt der Lagunenstadt. Vivaldis Musik strotzte vor Vitalität, barocker Expressivität und überschäumendem Temperament. Vivaldi war ein Star der damaligen Musikwelt. Der Starrummel um Vivaldi missfiel seinen kirchlichen Vorgesetzten so sehr, dass sie ihm schließlich die musikalische Leitung der Opernfestspiele von Ferrara verboten, begründet mit seinem unkeuschen Lebenswandel. Vivaldi gelang es trotz der Flucht nach Wien, wo er hoffte, neue Erfolge feiern zu können, nicht mehr sich zu rehabilitieren. Krank, gebrochen und verarmt starb der einst berühmteste Musiker Europas und die Welt vergaß Antonio Vivaldi und seine Musik für fast 200 Jahre. Wir bringen hier sein Meisterwerk „Le quattro stagioni“, das „Concerto in sol minore per due violoncelli e orchestra d archi“ und das „Concerto in re maggiore per liuto / chitarra e orchestra d archi“ zur Aufführung, welche exemplarisch für Vivaldis Revolution der Orchestermusik stehen; wobei wir durch das zugänglich Machen aller vom Komponisten dem Musiker zur Hand gegebenen Mittel, insbesondere der vermutlich von der Hand des Meisters selbst stammenden einführenden Sonette zu den vier Konzerten der "Le quattro stagioni" – durch ein ganz besonderes Zusammenspiel von Wort und Musik – nun auch dem Zuhörer ein neues intensiviertes Erleben von Vivaldis Musik ermöglichen.


2012 - Johann Beer - Missa sancti Marcellini - ursus murmurat

Ein Werk für zwei Chöre, 8 Solisten und Orchester

Nicht nur wegen dieses einen, ganz eigenwilligen Widerspruchs - zum Einen die Verehrung Luthers durch den Schriftsteller Johann Beer und gleichzeitig die Flucht in die „katholizierte“ Messe durch den Musiker Johann Beer gehört dieses Werk unverzichtbar in die LutherDekade. Hier erfolgt die Erarbeitung und Aufführung durch den Chorverband Giebichenstein e.V. Mitwirkende sind vier Konzertchöre des Chorverbandes, 8 Solisten aus dem Raum Halle/Leipzig und das Projektorchester „Symphonia Alumnorum Latinae“. Die künstlerische Leitung hat Herr Henry Ventur, durch dessen Herz und Leidenschaft für die alte Musik die Aufführung dieses überwältigenden Werkes mit seiner opulenten Klangfülle im Merseburger Dom zu einem einmaligen Genuss werden wird. Johann Beer studierte Theologie in Leipzig, war ein sehr bekannter satirischer und gesellschaftskritischer Schriftsteller und ebenfalls war er Musiker. Er war als Sänger, Pianist und Violinist tätig und wurde von Johann Mattheson ob seiner Fähigkeiten gerühmt. Im Jahr 1677 wurde er Altist in der Hofkapelle des Herzogs August in Halle, wo er aufgrund seiner überragenden Fähigkeiten bald zum Kammermusikus und Konzertmeister avancierte. Johann Beer war ein zukunftsorientierter Musiker, der sich auch auf literarischer Ebene mit den Themen seiner Zeit kritisch auseinandersetzte und der gerade in den letzten Jahren als Komponist des Barock wiederentdeckt und anerkannt wurde. Er entstammte einer protestantischen Familie und verehrte Luther über die Maßen. Durch sein gesamtes literarisches Werk zieht sich, wie auch in den Werken Luthers, ein roter Faden der Liebe zu den deutschen Sprichwörtern, die er kunstvoll als Ausdrucks- und Lehrmittel einzusetzen verstand. Mit der exzessiven Verwendung von Sprichwörtern und Redensarten in seinen Werken stellt sich Johann Beer in eine eindeutig lutherische Tradition, wie er sich auch sonst zum Luthertum und dem evangelischen Glauben bekennt. In seinem Buch, welches den selben Namen trägt wie die hier aufgeführte Messe, „Ursus murmurat“ wendet er sich an Luther selbst mit den Worten: „O du hertzlieber Luther“ und preist ihn als Lobredner der Musik, während er an anderer Stelle desselben Werkes vor dem Mangel an Virtuosen warnt und die Befürchtung ausspricht, dass die Evangelische Kirche an ihnen so arm werden könnte, dass wann man nicht Römische (katholische) subjecta heranzieht / man nicht wissen wird, /„unde panem in deserto“, wo man also in der Wüste Brot herbekommen solle“... Die „Missa Ursus murmurat“ ist Beers musikalisches Hauptwerk und es handelt sich dabei tatsächlich um eine "katholische Messe". Der Protestant Johann Beer, so sehr er Luther auch verehrte, wandte sich doch in seinem musikalischen Hauptwerk dem Katholizismus zu, denn die Reformation brachte auch eine Wandlung zur „protestantischen“ Kirchenmusik mit sich, die vielen Zwängen unterworfen war. Es gab zwar noch immer lateinische Messen, jedoch bestanden diese meist nur aus Kyrie und Goria und waren zur Zeit Beers im polyphonen acappella-Stil gehalten. Beer hat sein im italienischen Stil geschriebenes opulentes Werk daher eindeutig für den katholischen Raum komponiert, denn eine Aufführung am Weißenfelser Hof oder in der hiesigen protestantischen Umgebung war zur Zeit der Entstehung des Werkes nicht zu hoffen.